Podcast# 69, heute ein Interview mit dem Filmproduzenten Simon Burger über Einblicke ins Filmgeschäft und Lessons Learned fürs Projektmanagement. Was kann man aus einem Filmprojekt lernen und welche Ableitung gibt es ins „normale“ Projektmanagement.

Filmprojekt mit Passion

Simon Burger ist kein gewöhnlicher Filmproduzent, sondern war zum Zeitpunkt der Filmidee ein 18jähriger Enthusiast, der sich in den Kopf gesetzt hat, einen Kinofilm zu produzieren. Mit allem was dazugehört. Simon hatte nur eine Idee, kein Backup, keinen Übervater, keinen doppelten Boden und kein Budget. Und trotzdem entstand Repassion, ein witziger Western, in dem die Protagonisten unter anderem Handys benutzen.  Hier geht’s zum Youtube-Trailer

Repassion Filmprojekt

Repassion Filmprojekt

Ich traf Simon im – na? – Kino und war geflasht von der Idee, das Projekt hinter dem Film zu betrachten. Simon hatte nicht nur noch nie einen Kinofilm gedreht, sondern natürlich auch keine Ahnung von Projektmanagement. Aber er hat es erfolgreich geschafft. Ist also Projektmanagement eigentlich unnötiger Humbug?

Ein Film ist ein klassisches Projekt

Ich hatte bei PMI schon öfters gehört, dass auch die Studios in Hollywood einen nicht unerheblichen Bedarf an Projektmanagern haben. Ein Film ist ein absolut klassisches Projekt. Alles läuft auf die kritische Phase des „Drehs“ heraus, die durch eine sehr intensive Vorplanung (unter anderem das Drehbuch) Kosten und Ressourcen optimieren muss. Die eigentliche Produktentstehung, also das Drehen des Films an sich, ist eine relativ kleine Zeitdauer im Vergleich zur Vor- und Nachbereitung. Aber sehr teuer und jeder zusätzliche Tag strapaziert das Budget über Gebühr. Da ist es egal ob es um einen James Bond geht oder um Repassion…

Dazu kommt noch, dass die „Produkterstellung“ in einer anderen Sequenz erfolgt als im späteren Film. Wenn sich ein Protagonist am Ende des Films nochmals an eine Szene „erinnert“, die im Film bereits zu Beginn gezeigt wurde, müssen beide Szenen natürlich nacheinader gedreht werden.

Simon Burger und Ludwig Zitzelsberger im Interview

Simon Burger und Ludwig Zitzelsberger im Interview

Lessons Learned fürs Projektmanagement

Es gibt mehrere Schlussfolgerungen:

  1. Man kann Projekt stemmen, ohne eine entsprechende Ausbildung gemacht zu haben. Diese Erkenntnis ist nicht nagelneu, beweisen das doch Tag für Tag viele Projektkümmerer.
  2. Projektmanagement ist also nicht DIE Disziplin, die das Managen erst ermöglicht, sondern die das Managen leichter ermöglicht.
  3. Projektmanagement ist also nicht dafür da, zusätzliche Arbeit zu generieren sondern Arbeit zu sparen. Wenn Projektmanagement nur zusätzliche Arbeit generiert und nichts spart, läuft was falsch.
Vor allem der dritte Punkt sollte wie ein Mantra in vielen Köpfen nachhallen.

Hier geht’s zum Youtube-Trailer

(MPOD069) Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2018, (c) Copyright by Gita GmbH Herrsching