Wenn Sie mit dem PMI-ACP- Zertifikat Ihre Kompetenz als ACP (Agile Certified Practitioner) nachweisen wollen, finden Sie hier alle relevanten Informationen, die Sie Ihrem Ziel einen entscheidenden Schritt näher bringen.

Von Thomas Wuttke, PMI-ACP

Warum PMI-ACP werden?

Der PMI Agile Certified Practitioner (PMI-ACP)® bescheinigt formal Ihr Wissen über agile Prinzipien und Ihre Fähigkeiten im Umgang mit agilen Techniken. Im Vergleich zu andere agilen Zertifizierungen, bescheinigt das PMI-ACP zusätzlich zu Schulungen und Prüfungen auch Ihre praktische Erfahrung un Kompetenz. So werden Sie für Ihre Arbeitgeber, Stakeholder und Kollegen noch attraktiver und ihr berufliche Glaubwürdigkeit steigt.

Das PMI-ACP umfasst viele Ansätze zur Agilität wie Scrum, Kanban, Lean, Extreme Programming (XP) und Test-Driven Development (TDD). So wird es Ihre Vielseitigkeit erhöhen, wohin auch immer Ihre Projekte Sie führen. Zudem ist der PMI-ACP auch die perfekte Ergänzung zum PMP-Zertifikat.

Wer ist PMI?

PMI – das Project Management Institut – ist ein Berufsverband für Projektleiter mit Sitz in den USA. Eine ausführliche Vorstellung dieser Organisation finden Sie in diesem Magazin Beitrag.

Als großer Berufsverband gibt PMI übrigens nicht nur das PMP und ACP-Zertifikat heraus, sondern bietet seinen Mitgliedern neben der Zertifizierung eine ganze Reihe von Leistungen, wie eine sehr große Onlinecommunity, Kongresse, Weiterbildungsangebote und vieles mehr.

Zwei Fokus-Themen machen den Verband besonders populär:

  1. DER Agile Projektmanagementstandard PMBOK Guide, der für die Verbandsmitglieder in mehr als zehn Sprachen als PDF frei erhältlich ist und das Agile Practice Guide, welcher es ebenfalls in immer mehr Sprachen gibt, bisher leider noch nicht auf Deutsch.
  2. Die Zertifizierungen, allen voran der PMI-ACP und der PMP. Speziell dazu haben wir für Sie in unserem Magazinbeitrag eine gute Übersicht zusammengestellt, welche weiteren Zertifizierungen bei PMI noch erhältlich sind.

Voraussetzungen, die Sie mitbringen müssen:

  • Erfahrung mit agilen Ansätzen, gute Kooperationsfähigkeit, gerne mit Komplexität arbeiten
  • 2.000 Stunden allgemeine Projekterfahrung bei der Arbeit in Teams in den letzten 5 Jahren (ein aktueller PMP erfüllt diese Anforderungen, ist aber nicht verpflichtend um sich für das Examen des ACP zu bewerben) –> ca. 12 Monate
  • 1.500 Stunden Arbeit in agilen Projektteams oder mit agilen Methoden in den letzten 3 Jahren(Achtung: diese Zeit kommt zu den 2.000 Stunden allgemeiner Projekterfahrung hinzu!)  –> ca. 8 Monate
  • 21 Kontaktstunden Training in agilen Praktiken

PMI-ACP werden: Vorbereitung zur Prüfung

Vor allem kommt die Frage nach dem zeitlichen Aufwand für die ACP- Zertifizierung immer wieder auf: Rechnen Sie im Schnitt mit ca. 2-3 Monaten Vorbereitungszeit. Bei manchen geht es auch schneller – oder eben langsamer.

Damit Sie zügig an Ihr Ziel kommen, haben wir für Sie die relevanten Schritte zur Vorbereitung auf die Prüfung hier zusammengefasst, denn die Vorbereitung auf das ACP-Examen unterscheidet sich praktisch nicht von der auf das PMP-Examen.

Besonders interessant ist die ACP-Zertifizierung für PMPs, da die Projektmanagement Grundlagen, wie z.B. Stakeholderkommunikation, mit denen des PMP identisch sind. Wie Projektleiter, die bereits PMP sind, am effizientesten die PMI-ACP Zertifizierung meistern, beschreibt dieser Artikel.

Anmeldung und Audit

Die Anmeldung bei PMI zur Prüfung ist kein Hexenwerk, aber auch keine Sache von fünf Minuten. Denn Sie müssen bei der Anmeldung Ihre Erfahrung und Ausbildung detailliert dokumentieren. Diese Dokumentation der Angaben wird in 10 % aller Fälle auditiert – also ziemlich häufig. Und: ja, man kann auch bei diesem Audit bereits durchfallen!

Damit Ihnen das nicht passiert, befassen sich diese Beiträge in unserem Online-Magazin tiefgreifend mit dem Thema Anmeldungen und Audit auch hbier verhält es sich wieder ziemlich genau so wie bei der PMP-Prüfung:

ACP werden: Die Prüfung

Genau genommen besteht die ACP Prüfung, wie alle anderen PMI Prüfungen auch, aus diesen vier „E“s:

  1. Education
  2. Experience
  3. Exam
  4. Ethics

Ausbildung und Erfahrung (Education und Experience) haben Sie bereits mit der Anmeldung dokumentiert. Ihre Zustimmung zum Code of Ethics erfolgt durch das Anhaken eines kleinen

Pmp-werden-ethics

Kästchens während der Anmeldung. Damit ist das Thema Ethik allerdings noch nicht erledigt, denn die Details des Code of Ethics werden in der Prüfung situativ abgefragt.

Zentraler Bestandteil des Examens sind die 120 Prüfungsfragen, die Sie in drei Stunden beantworten müssen – als größte Herausforderung des gesamten Prozesses. Diese Fragen sind nicht trivial, sondern situativ, wortreich und sie werden gemeinhin als schwierig bezeichnet. Alle Details zu den Fragen – woher sie kommen, wie sie lauten, welche Fragetypen es gibt und wie Sie die Fragen am besten mittels einer vorher zurechtgelegten Strategie beantworten – haben wir hier für Sie aufgeführt.

Bestanden oder nicht bestanden?

Das Ergebnis des ACP Examens wird Ihnen unmittelbar im Prüfungsraum mitgeteilt. Unmittelbar heißt: Zehn Minuten vor dem weißen Bildschirm warten und hoffen, dass es geklappt hat!

Bitte beachten Sie, dass PMI die Latte bewusst hochhängt. Es sollen gar nicht alle bestehen. Das ist jedoch keine Willkür, sondern eine dynamische Anpassung der Prüfungsergebnisse an Zielvorgaben.

Über den Autor:

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Thomas Wuttke, PMP, PMI-RMP, PMI-ACP, CSM war für drei Jahre im Board of Directors für Zertifizierung bei PMI in Philadelphia tätig.
Seinen eigenen PMI-ACP hat er 2011 abgelegt und ist auch seit 2010 Certified SCRUM Master der ScrumAlliance.

 

 


Weiterführende Links: 

(MACP01) Letzte Aktualisierung: 30.Januar 2019, (c) Copyright by Gita GmbH Herrsching
PMI und PMP sind geschützte Warenzeichen des Project Management Institutes, Newtown Square, USA