Podcast #033 – Agiler Wahnsinn. Warum muss jetzt alles mit aller Gewalt agil sein?

Diese Frage stellt sich Thomas Wuttke und hat hier eine weiterführende Antwort gefunden:

Agil ist eigentlich schon ein alter Hut

Das Wort „agil“ ist in aller Munde und jeder versucht zurzeit irgendwie agil zu sein. Agil ist chic. Doch häufig bleibt am Schluss eher eine Karikatur des „Agilen Gedankens“ übrig, als eine wirklich bewegliche Organisation.

Thomas Wuttke, zertifizierter Scrum-Master und zertifizierter PMI-ACP, hat seine ersten agilen Erfahrungen im Jahr 2006 sammeln dürfen. Was damals noch Exoten waren, ist heute Mainstream. Agil ist fantastisch, denn wenn es einen Ansatz gibt, der die Produktentwicklung revolutionieren kann, dann ist es agil. Grundlage ist das berühmte „Agile Manifest“ aus 2001 – also auch schon eine Weile her…

Der Agile Ansatz ist ein Denk- und Kulturwandel. Der Produktverantwortliche strebt nach dem perfekten Produkt für den Kunden, und nicht nach einer perfekten Einhaltung eines scheingenauen Budgets.

Hier gehts zum Podcast #33: Agiler Wahnsinn

Die Suche nach dem optimalen Produkt

Ein Softwarehaus in München hat seine Agilität in einem Plakat manifestiert, das Filmplakat von Indianer Jones: „Die Suche nach dem verlorenen Schatz“. Ein Grafiker dieses Softwarehauses baute es um zu: „Die Suche nach dem optimalen Produkt“.

Hier wird klar, dass es eben nicht darum geht, irgendwie das Projekt zu überleben. Es geht wirklich um das optimale Produkt und den optimalen Nutzen für den Kunden. Nach einer möglichst guten Lösung, schlank aufgestellt und fokussiert auf ein sinnvolles Ergebnis.

Projekt gerettet, Produkt wertlos

Im Gegensatz dazu das Projekt einer großen deutschen Bank. Hier sollte eine Software für Außendienstmitarbeiter entwickelt werden. Das Projekt wurde mit Ach und Krach durchgebracht, der Projektleiter konnte „seinen Kopf aus der Schlinge ziehen“, weil er alle vereinbarten Lieferungen erstellt hat. Doch das Produkt war für den Außendienst unbrauchbar. Wurde nie eingesetzt und daher wertlos.

Wahrscheinlich nur ein Beispiel von Tausenden. Wenn’s reicht…

Auch diese Bank ist heute natürlich agil. Nach außen hin. Innen drin, da witzeln die Mitarbeiter über die Turnschuhe der Abteilungsleiter. Von echter Agilität aber keine Spur, es haben sich lediglich Begrifflichkeiten geändert. Alles ist jetzt Backlog, aber verstanden hat die Unternehmenmskultur den Ansatz nicht.

Positive Beispiele

Doch diese Podcastfolge möchte in seiner Reflexion über den agilen Wahnsinn nicht nur missglückte Agilitätsversuche beleuchten, sondern auch zeigen, wo der agile Gedanke gefruchtet hat. Der positive agile Wahnsinn sozusagen. Und diese beiden Nennungen sind auch nur zwei von vielen.

Ein schönes Beispiel ist unser Podcast #30 „Radical Agility“, der das agile Konzept der Firma Zalando vorstellt. Ein permanenter Weg der laufenden Verbesserung, allerdings etwas abseits irgendeines Standards. Aber egal, Hauptsache es funktioniert und die Organisation ist reflektiert genug, das alles ständig zu hinterfragen..

Ein weiteres Beispiel ist auch der deutsche VoIP-Anbieter sipgate, der voll und ganz agil arbeitet. sipgate bietet sogar Führungen durch ihre Firmenzentrale In Düsseldorf an, dort kann man agil @ work bestaunen und spart sich das Ticket nach San Francisco. Die Arbeitsweise hat sipgate sogar als Buch herausgegeben: 24 Work Hacks. Sehr lesenswert.

Hier gehts nochmals zum Podcast #33: Agiler Wahnsinn

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Linkliste

Podcast #30 – Valentine Vierne von Zalando über „Radikal agil“ – Shownotes zum Podcast

Artikel über Lean Management hier in unserem Magazin

Agiles Projektmanagement mit Wuttke & Team

„24 Work Hacks“ direkt bei Amazon bestellen

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Führungen durch die sipgate Firmenzentrale

(MPOD033) Letzte Aktualisierung: 03. Dezember 2018, (c) Copyright by Gita GmbH Herrsching.