In vielen Projekten gibt es bunte und ausgefeilte Fortschrittsberichte.
Aber was sagen sie am Ende aus? Dieser Artikel gibt Hinweise und lässt Sie typische Fehler vermeiden.

Die meisten Fortschrittsberichte lassen sich wortreich darüber aus, was erledigt wurde. Wie viele Haken an die ToDo-Liste gemacht wurden, beziehungsweise wie viele Dinge erledigt wurden. Und Arbeitspakete.

Frage:
Ist es wirklich das, was uns interessiert?

Die ToDo-Liste

Haken an Checkliste

Haken an Checkliste

Verwechseln wir nicht Bewegung mit Fortschritt.
Man kann ganz viele Haken machen, aber in Wirklichkeit keinen Meter vom Fleck gekommen sein. Das dumme daran ist: Haken beruhigen.

Haken geben uns das Gefühl, etwas gearbeitet zu haben. Haken sind das Valium des schlechten Gewissens und das Mantra der Zeitplanungspäpste.

Mach Dir morgens Deine ToDo-Liste und hake ab. Und abends bist Du zufrieden. Wirklich?

Fortschrittsberichte: Besser so!

Wäre es aber nicht viel besser,
sich statt dessen über folgende Punkte
Auskunft zu geben?

  1. Welche schwierigen Fragen sind nach wie vor unbeantwortet geblieben?
  2. An welchen wichtigen Zielen sind wir (wieder?) nicht weiter gekommen?
  3. Welche Entscheidungen, die durchaus riskant gewesen sind, haben sich als günstig herausgestellt?
  4. Welche Entscheidungen, die sich inzwischen als ungünstig herausgestellt haben, bieten Stoff für gelernte Lektionen?

Ein Fortschrittsbericht sollte mir sagen,
wie weit es noch ist.
Und nicht, wie viel ich gegangen bin.

Klarer Weg voraus

Klarer Weg voraus

Greifen wir doch dieses Bild einmal auf.

Wir wollen von A nach B wandern, die Strecke ist schnurgerade, verlässlich ausgeschildert und definitiv 10 km lang.
Nun sind wir vier Kilometer gelaufen, also sind es implizit noch sechs Kilometer bis zum Ziel.

10 Kilometer an dieser Küste?

10 Kilometer an dieser Küste?

Nun wollen wir von B nach Z.

Man sagt uns, auch ca. 10 Kilometer, aber schlecht ausgeschildert und viele Möglichkeiten, sich zu verlaufen. Sackgassen, Sümpfe und andere Unwägbarkeiten warten.

Oder stellen Sie sich vor, Sie laufen 10 Kilometer an dieser Küste entlang? Was nützt es, wenn ich ich hier als Fortschritt berichte, dass ich bereits drei Kilometer gegangen bin?

Jetzt ist der Blick in die Vergangenheit maximal ein Anhaltspunkt. Mehr aber nicht.

Der Alltag unserer Projekte, Produkte, Organisationen und Kunden gleicht mehr dem Weg von B nach Z. Schlimmer noch: Meist ist noch nicht einmal klar, wo genau Z liegt. Z wie Ziel….

Ein Fortschrittsbericht muss zum Ausdruck bringen, wie weit es noch zum Ziel ist. Nicht wie viel wir erledigt haben. Nur dann werden richtige Entscheidungen getroffen.


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(MLEA002) Letzte Aktualisierung: 21. November 2018, (c) Copyright by Gita GmbH Herrsching.