10 Kriterien aus dem Risikomanifest um zu entscheiden, ob Risikodienstleistungen als „professionell“ bezeichnet werden können: Risk-Doctor-Briefing mit einem Beitrag von Dr. David Hillson

Im Jahr 2002 erschien dieses Risk-Doctor-Briefing im Netzwerk der von Dr. David Hillson gegründeten Risk Doctor Partnership. Übersetzung und Bearbeitung von Thomas Wuttke, dem deutschen Mitglied der Risk-Doctor-Partnership.

Sind Sie ein „Risikoprofi“? Woher wissen Sie das? Oder nehmen Sie die Dienste von „Risk Professionals“ in Anspruch? Woher weiß man, dass sie wirklich professionell sind?

Risikomanagement Wuttke & Team

Das Risikomanifest

Das vollständige Risikomanifest ist online verfügbar und enthält eine Reihe von Testfällen. Bevor Sie Ihr nächstes Risiko-Engagement als Anbieter oder Empfänger von Risiko-Dienstleistungen beginnen, überlegen Sie, wie Sie diese Fragen beantworten würden:

  1. Umfang. Wenn der Risikoprofi ein Risiko entdeckt, das wichtig ist, aber eindeutig außerhalb des vereinbarten Auftragsumfangs liegt, was sollte er tun?
  2. Kontext. Wenn der Risikoprofi Ratschläge gibt, die nach Ansicht des Kunden keine „Best Practice der Branche“ sind, wie sollte die Diskrepanz behoben werden?
  3. Kompetenz. Wenn es sich bei einem bestimmten Risikobereich um ein sehr technisches Gebiet handelt, wie sehr sollte sich der Risikoprofi auf die Beratung durch die Ingenieure oder technischen Spezialisten des Kunden verlassen?
  4. Prozesse & Tools. Wenn der Kunde über ein bevorzugtes Risikomanagementtool oder einen bevorzugten Risikoprozess verfügt, der Risikoprofi jedoch der Meinung ist, dass diese nicht geeignet sind, wie sollte man dann vorgehen?
  5. Qualität der Beratung. Wenn der Risikoprofi der Ansicht ist, dass eine Risikoanalyse robust ist, das Projekt oder Unternehmen aber sehr sensitiv auf die Genauigkeit der Ergebnisse reagiert, besteht dann ein Handlungsbedarf?
  6. Sprache. Wenn vereinbarte Risikomanagement-Maßnahmen von den Mitarbeitern des Kunden schlecht umgesetzt wurden, was zu Problemen führte, sollte dann die Art und Weise, wie der Risikoprofi diese Maßnahmen kommuniziert hat, überprüft werden?
  7. Empfehlungen. Wenn der Risikoprofi der Ansicht ist, dass der Kunde Dritte gefährdet, indem er die Risiken nicht effektiv managt, wie sollte der Risikoprofi die daraus resultierenden ethischen Fragen ansprechen?
  8. Interessenkonflikt. Wenn ein Risikoprofi ein Risiko entdeckt, das einen Kollegen betreffen könnte, der an einem anderen Auftrag arbeitet, sollte er dann die Erlaubnis des Kunden einholen, bevor er mit seinem Kollegen spricht?
  9. Unangemessene Anwendung. Wenn der Kunde sich dafür entscheidet, einen Vertrag zu nutzen, um Risiken auf einen Lieferanten zu übertragen, der Risikoprofi aber der Ansicht ist, dass diese Risiken vom Kunden effektiver gemanagt werden würden, was sollte er dann tun?
  10. Ziele. Wenn der Kunde dem Risikoprofi aufgrund seiner strategischen Ausrichtung auf das Unternehmen den wahren Zweck eines Projekts vorenthalten hat, was sollte der Kunde tun, wenn der Risikoprofi geschäftsbezogene Risiken identifiziert?

Wenn Sie nur eine dieser Fragen nicht richtig beantworten können, kann Ihnen das besagte Risikomanifest helfen!


Weiterführende Informationen:

(MRDB128) Letzte Aktualisierung: 17. Januar 2019, (c) Copyright by Gita GmbH Herrsching.